12 Mai

Presseartikel Kreisstadt Saarlouis 2015

Rose & Nachtigall“ Lesung mit Safiye Can

12.05.2015

Die Autorin Safiye Can stellte im Rah­men ein­er gemein­samen Ver­anstal­tung der Stadt­bib­lio­thek und der Volk­shochschule Saar­louis in der Europa­woche 2015 ihren Lyrikbest­seller „Rose und Nachti­gall“ vor.


Lesung Stadtbibliothek Saarlouis Safiye Can (3)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Georg André, Leit­er der Stadt­bib­lio­thek Saar­louis, begrüßte die Autorin und grat­ulierte ihr zum Erfolg mit ihrem Werk. Es sei schon ungewöhn­lich, wenn ein Lyrik­band Lesung Stadtbibliothek Saarlouis Safiye Can (2)inner­halb kurz­er Zeit ver­grif­f­en wäre, aber es sei außergewöhn­lich, wenn kurz darauf schon eine zweite Auflage erschiene.
Bei „Rose und Nachti­gall“ geht die Erfol­gsto­ry sog­ar weit­er, die dritte Auflage wird ger­ade vom Grössen­wah­n­ver­lag vorbereitet.

Dieser Erfolg kommt aber nicht von unge­fähr. Wer die Lesung der char­man­ten Autorin in der Kaserne VI live erlebte, erkan­nte dies schnell.

Die Gedichte kamen beim Pub­likum sehr gut an. Inter­es­sant war aber auch, was die Autorin über sich und ihre Arbeit erzählte.
„Rose & Nachti­gall“ ist zwar ihr Debüt­buch, sie schreibt aber schon seit über einem Jahrzehnt und veröf­fentlichte schon Gedichte in Antholo­gien, Zeitschriften und anderen Medi­en. Die mehrfach mit Preisen aus­geze­ich­nete Autorin arbeit­et aber auch viel mit Kindern und Jugendlichen u.a. in Work­shops. Sie ist auch als Über­set­zerin tätig, wobei es ihr ein Anliegen dabei ist, in Deutsch­land erstaunlicher­weise unbekan­nte große und gute türkischsprachige Dichter bekan­nt zu machen und ihr Werk auch adäquat zu über­tra­gen. Das Herz und die Melodie des ursprünglichen Wortes müssen auch in der neuen Sprache erhal­ten bleiben. Dabei kommt ihr zur Hil­fe dass sie zweis­prachig aufgewach­sen ist sowohl türkisch wie deutsch. Sie sel­ber ist in Deutsch­land geboren, ihre Fam­i­lie stammt zwar aus der Türkei, sie sind aber Tscherkessen. Ihr Volk lebte ursprünglich im nord­west­lichen Kauka­sus und an der kauka­sis­chen Schwarzmeerküste, wurde aber unter dem Zar ver­trieben. Ein großer Teil davon siedelte sich dabei in der Türkei an. Wie aktuell und trotz­dem unbekan­nt das Schick­sal dieses Volkes ist, kann jed­er sel­ber über­prüfen. Wer hat im Rah­men der Olymp­is­chen Spiele in Sotchi von diesem Volk und seinen dor­ti­gen Protesten etwas gehört. Die Region um Sotchi war die ursprüngliche Heimat dieses Volkes, bevor es in mehrere Län­der ver­trieben wor­den ist.

Safiye Can verbindet in ihren Gedicht­en Motive und Stim­mungen aus all ihren Kul­turen. Beson­ders schön ist es dann, wenn die Gedichte, wie in Saar­louis geschehen, auch noch von der Poet­in sel­ber vor­ge­tra­gen wer­den. Das namensgebende Motiv ursprünglich aus dem per­sis­chen und ara­bis­chen stam­mend, erk­lärte die Autorin, wurde schon in den früh­esten Epochen der türkisch sprachi­gen Lit­er­atur genutzt. Ein Aspekt dieses Motives ist die uner­füllte Liebe der Nachti­gall zur Rose. Wie gekon­nt die Autorin dieses Motiv aber auch die anderen Aspek­te ihrer über die Kul­tur­gren­zen hin­aus­ge­hen­den Wurzeln nutzt, beschreibt sehr gut der Philologe Murat Tun­cel: „Beson­ders bemerkenswert ist es, wenn die in Deutsch­land geborene Safiye Can, die in den Grund­la­gen der deutschen Dich­tung aus­ge­bildet wurde, diese Motiv min­destens genau­so meis­ter­haft gebraucht, wie die zeit­genös­sis­chen türkischen Dichter… Für mich ist dies nicht nur von Bedeu­tung, son­dern auch von großer Wichtigkeit. Denn ich bin der fes­ten Überzeu­gung, dass ihre Gedichte frischen Wind in die Dich­tung bei­der Län­der brin­gen wird“.
Wer die Autorin live erlebt oder ein­fach ihre Gedichte liest, kann dies nur bestätigen.

Safiye Can ist der Überzeu­gung gute Gedichte kön­nen nur dann entste­hen, wenn sie auch im Kern auf echt­en Gefühlen und Wahrheit­en beruhen. Bei der Lesung beschrieb sie wie ihre Gedichte Gestalt annehmen. So hat sie nicht im Vor­feld eine Wort­melodie im Kopf son­dern diese käme mit dem Text, die Worte seien aber zuerst da. Auch andere Aspek­te ihres Werkes zeigte sie dem Pub­likum. So hat sie Gedichte als konkrete visuelle Kun­st gestal­tet. Man meint die Gedichte brächen aus der Zwei­di­men­sion­al­ität des Papieres aus. Ein paar schöne Beispiele kann man auf ihrer Web­site (https://www.safiyecan.de) find­en.

Wichtig ist für Autorin auch ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Sie sieht ger­ade in dem doch manch­mal als uncool verspot­teten Gedicht eine Möglichkeit für Jugendliche sich zu find­en und auszu­drück­en. Man müsste manch­mal ein­fach auch ungewöhn­liche Wege gehen. So schilderte wie sie zu Jugendlichen Zugang fand, indem sie ihnen zeigte, dass z. B. Rap nur eine andere Art von Dich­tung sei. Oder andere Jugendliche mit Hil­fe von Gedicht­en und des Work­shops Mut fan­den vor Pub­likum aufzutreten, z.B. bei ein­er Abschlußver­anstal­tung an ihrer Schule.
Alles was sie tut hat mit Lit­er­atur und Poe­sie zu tun beschrieb Safiye Can. Dies merk­te man auch bei ihrer Lesung in der Kaserne VI, der aktuellen Heimat der Stadt­bib­lio­thek Saarlouis.

Lesung Stadtbibliothek Saarlouis Safiye Can (1)
Nach der gelun­genen Ver­anstal­tung kon­nten die Zuhör­er noch mit der Autorin sprechen. Safiye Can musste an diesem Abend auf Grund der großen Nach­frage auch noch viele Büch­er am Bücher­tisch der Buch­hand­lung Bock & Seip signieren.

Die Lesung wird auch nicht die let­ze in Saar­louis gewe­sen sein, vielle­icht sieht man die Autorin bei der Präsen­ta­tion ihres neuen Buch­es, das ger­ade im Entste­hen ist, wieder.

Press­es­telle Kreis­stadt Saar­louis, 2015