12 Feb

Interview Berg.Link Österreich (AT) 2019

12. Feb­ru­ar 2019
Inter­view auf Berg.Link, Öster­re­ich

Die Lyrik ist der Grund meines Existierens“

Wir fra­gen Schreibende nach ihrem Ver­hält­nis zur Sprache, zur Arbeit und zu Büch­ern. Jet­zt mit Safiye Can.

© Foto: Ben­jamin Stol­len­berg, Akademie für Darstel­lende Kun­st

Urs Heinz Aerni: Die Kraft der Sprache ermöglicht…

Safiye Can: alles. Ermöglicht das Öff­nen der Türen sowie das Ver­schließen, sie ermöglicht das Ent­fachen von Liebe, die Entste­hung von Hass, von Ver­ständ­nis, von von von…

Aerni: Mein Lieblingss­chrei­bort ist:

Can: ver­mut­lich mein Schreibtisch.

Aerni: Der Lesende darf meine Büch­er…

Can: an sein Herz drück­en und sich damit drehen.

Aerni: Eine Welt ohne Büch­er würde…

Can: unterge­hen. Es sei denn, es gibt etwas anderes mit Prosa und Lyrik anstelle des Buch­es. Dann würde sie eventuell unterge­hen.

Aerni: Die Fähigkeit des Lesens ermöglicht…

Can: zB die Sicht in ver­schiedene Wel­ten. Aber sehen muss man neben Lesen auch. Blindes Buch­staben­le­sen brächte nicht viel.

Aerni: Die Arbeit mit Sprache und Geschicht­en bedeutet für mich…

Can: viel. Die mit Sprache und Gedicht­en noch viel mehr. Die Lyrik ist der Grund meines Existierens.

Safiye Can ist als Kind tscherkessis­ch­er Eltern in Offen­bach am Main geboren. Sie hat Philoso­phie, Psy­cho­analyse und Rechtswis­senschaft an der Goethe Uni­ver­sität in Frank­furt am Main studiert und ihre Mag­is­ter­ar­beit mit der Best­note über Friedrich Niet­zsches „Also sprach Zarathus­tra“ abgeschlossen. Seit 2013 ist sie Kura­torin der „Zwis­chen­raum-Bib­lio­thek“ im Auf­trag der Hein­rich-Böll-Stiftung, seit 2010 Mitar­bei­t­erin der Horst Bin­gel-Stiftung für Lit­er­atur und aktives Mit­glied der Vere­ini­gung türkischsprachiger Schrift­steller Europas (ATYG). Mehrere Jahre war sie am Lan­desthe­ater Burghof­bühne Dinslak­en Regieas­sis­tentin für ein Schaus­piel nach Yük­sel Pazarkaya, arbeit­ete zuvor als Vertre­tungslehrerin in Offen­bach am Main. Safiye Can leit­et seit 2004 erfol­gre­ich Schreib­w­erk­stät­ten an Schulen und ist ehre­namtliche Mitar­bei­t­erin bei Amnesty Inter­na­tion­al. Die auch als lit­er­arische Über­set­zerin tätige Autorin erhielt für ihre Gedichte mehrere Lit­er­atur­preise. Derzeit studiert sie im Zweit­studi­um Ger­man­is­tik und Kun­st­geschichte an der Goethe Uni­ver­sität in Frank­furt am Main.

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