12 Mai

Schullesung Theodor-Heuss-Schule Offenbach

12.05.2004

Theodor-Heuss-Schule – Beru­fliche Schule für Wirtschaft und Gesund­heit
Buch­hüge­lallee 86
63071 Offen­bach am Main

Aus­ge­hend von der Erfahrung, dass der Spaß am Lesen weit­ge­hend rück­läu­fig ist, set­zte Fr. Bay­er die Idee um, den Schülern Lit­er­atur mit­tels ein­er Lesung näherzubrin­gen. Mith­il­fe des Jun­gen Lit­er­atur­fo­rums Hes­sen – Thürin­gen, vertreten durch Har­ry Ober­län­der, kon­nte diese Idee an der Theodor – Heuss – Schule umge­set­zt wer­den. Fr. Bay­er begreift diese Vorge­hensweise als eine Chance den Schülern einen alter­na­tiv­en Zugang zur Lit­er­atur zu ermöglichen.

Dieses Exper­i­ment kann als gelun­gen beze­ich­net wer­den, da sich viele Schüler begeis­tert zeigten und sich weit­ere Ver­anstal­tun­gen dieser Art wün­scht­en Auch die zahlre­ichen Fra­gen der Schüler an die Autorin­nen im Anschluss an die Lesung lassen darauf schließen, dass die Inten­tio­nen der Ver­anstal­tung erre­icht wur­den.

Autorinnen begeistern Schüler der T. H. S.

Ver­fass­er: Hr. Fal­cione

Safiye Can eroberte die Herzen der Schü­lerin­nen und Schüler der Theodor- Heuss Schule schon in ihrem Pro­log. In diesem erwäh­nte sie, dass auch sie eine Offen­bach­er Schule besucht habe, was zur Folge hat­te, dass die Her­zlichkeit der Autorin auf das Pub­likum, der voll beset­zten Aula der Theodor-Heuss-Schule über­sprang. Ihre kurzen Gedichte han­deln von nicht ganz gewöhn­lichen All­t­agssi­t­u­a­tio­nen, in denen z. B. ein alltäglich­er Einkauf auch schon ein­mal aus ein­er rosaroten Per­spek­tive betra­chtet wer­den kann. Dabei kom­mu­niziert sie kon­tinuier­lich mit dem Pub­likum, indem sie wieder­holt in die Stuhlrei­hen schaute, so als ob sie sich vergewis­sern möchte, dass ihren zarten Gedicht­en inten­sive Aufmerk­samkeit geschenkt wird.

Nad­ja Einz­mann dage­gen wirkt sehr konzen­tri­ert und lässt ihre tief­gründi­ge sowie melan­cholis­che Prosa wirken. Sie erzählt in ihrer Kurzprosa von Hochzeit­snächt­en, in welch­er die Ich – Erzäh­lerin in ihrer Hochzeit­snacht verge­blich auf über­wälti­gende Gefüh­le wartet und mor­gens erwacht “als wäre keine gewe­sen”. Die Unmöglichkeit erfüll­ter Liebe im Zeital­ter von “Lebens­ab­schnitts­beziehun­gen” ver­lei­hen ihrer Prosa Aktu­al­ität und Tief­gang.

Im direk­ten Anschluss an die Lesung span­nte der Mod­er­a­tor Har­ry Ober­län­der den Bogen zu Goethes Zeit­en., wo Lesen noch als gefährlich galt. Da sich dieses gegen­wär­tig grundle­gend verkehrt habe, äußerte er den Wun­sch, dass sich zukün­ftig auch Schüler der Theodor- Heuss- Schule motiviert fühlen, sich an den Schreib- und Lesewet­tbe­wer­ben zu beteili­gen.