10 Nov

Literaturfestival globale Bremen 2017

Lesung und Gespräch, Fre­itag, 10.11.2017, 19Uhr
glob­ale — Fes­ti­val für gren­züber­schre­i­t­ende Lit­er­atur
Bre­men

Kul­tur­saal der Arbeit­nehmerkam­mer
Bürg­er­straße 1 28195 Bre­men Deutsch­land

 

 

 

Kinder der verlorenen Gesellschaft

Safiye Cans Gedichte fra­gen nach dem Platz des Einzel­nen in der Welt, nach Heimat, nach Zuge­hörigkeit. Sie hal­ten Bilanz, vergewis­sern sich über Erfahrun­gen seit der Kind­heit, wer­fen wilde Blicke in Unabgeschlossenes, träu­men ohne selb­staufer­legte Schranken der Ver­nun­ft. Ent­deck­er­freude spiegelt sich in ihnen, die auf ein Ver­trauen baut, dass das Fremde nicht für immer fremd bleibt, vielle­icht sog­ar ein selb­stver­ständlich­es Zuhause wird.

Safiye Can, geboren als Kind tscherkessis­ch­er Eltern in Offen­bach a. M., studierte Philoso­phie, Psy­cho­analyse und Rechtswis­senschaft in Frank­furt a. M. Sie schreibt Lyrik und Prosa und über­set­zt aus dem Türkischen. Safiye Can wurde mit mehreren Lit­er­atur­preisen aus­geze­ich­net, zulet­zt mit dem Else-Lasker-Schüler-Lyrikpreis (2016) und dem Alfred Müller-Felsen­burg-Preis für aufrechte Lit­er­atur (2016). Sie lebt in Offen­bach.

Die Schuldigen von Rotten Row

Rot­ten Row ist eine eben­so berühmte wie geschicht­strächtige Straße in Harare, der Haupt­stadt Sim­bab­wes, die ein­mal Sal­is­bury hieß, als Sim­bab­we noch die britis­che Kro­nkolonie Rhode­sien war. Unter anderem befind­et sich hier der Strafgericht­shof, sprudel­nder Inspi­ra­tionsquell für die Juristin und Autorin Peti­na Gap­pah, die in diesen zwanzig, teil­weise miteinan­der verknüpften Sto­ries ein schillern­des Kalei­doskop men­schlich­er Verge­hen schafft. Harares berühmt-berüchtigte Sam­meltax­i­fahrer tauchen dabei eben­so auf wie Mark­t­frauen, Friseurin­nen, kor­rupte Polizis­ten, geris­sene Anwälte, in Ung­nade gefal­l­ene Lehrer, red­selige Richter und viele weit­ere unvergessliche Fig­uren. Peti­na Gap­pah wech­selt zwis­chen den Klassen, Eth­nien und Geschlechtern und wirft mit bestechend klugem Humor all­ge­me­ingültige Fra­gen zu Recht und Unrecht auf.

Peti­na Gap­pah, 1971 in Sam­bia geboren, wuchs im dama­li­gen Rhode­sien (heute Sim­bab­we) auf. Sie studierte Jura an der Uni­ver­si­ty of Zim­bab­we, an der Uni­ver­si­ty of Cam­bridge und an der Uni­ver­sität Graz und arbeit­et heute als Juristin und Jour­nal­istin in Genf. 2009 erschien ihr erstes Buch, der Erzäh­lungs­band An Ele­gy for East­er­ly, für den sie mit dem Guardian First Fic­tion Award aus­geze­ich­net wurde. Die Far­ben des Nach­fal­ters ist ihr erster Roman.

Mod­er­a­tion: Katrin Krämer