24 Mai

Wetzlarer Neue Zeitung 2019

Klasse 7 b der Wetzlarer Freiherr-vom-Stein-Schule beim Jungen Literaturland Hessen dabei

Von Maren Bonack­er Erschienen am 23.05.2019 um 16:00 Uhr, zulet­zt geän­dert am 23.05.2019 um 16:45 Uhr

Ihr ganzes schrift­stel­lerisches Kön­nen stellen derzeit die 21 Schü­lerin­nen und Schüler der Klasse 7b der Frei­herr-vom-Stein-Schule Wet­zlar unter Beweis.

Auf Erkundungsgang durch die Phantastische Bibliothek Wetzlar: Die Klasse 7b mit der Lyrikerin Safiye Can (hinten Mitte) und ihrer Klassenlehrerin Ivonne Schweitzer (hinten rechts) im ersten Untergeschoss, wo ein Großteil der Science Fiction-Texte untergebracht ist.  Foto: Maren Bonacker
Auf Erkun­dungs­gang durch die Phan­tastis­che Bib­lio­thek Wet­zlar: Die Klasse 7b mit der Lyrik­erin Safiye Can (hin­ten Mitte) und ihrer Klassen­lehrerin Ivonne Schweitzer (hin­ten rechts) im ersten Untergeschoss, wo ein Großteil der Sci­ence Fic­tion-Texte unterge­bracht ist. Foto: Maren Bonack­er

WETZLAR — Ihr ganzes schrift­stel­lerisches Kön­nen stellen derzeit die 21 Schü­lerin­nen und Schüler der Klasse 7b der Frei­herr-vom-Stein-Schule Wet­zlar unter Beweis. In Koop­er­a­tion mit der Phan­tastis­chen Bib­lio­thek Wet­zlar und dem Hes­sis­chen Rund­funk sind sie Teil eines Pro­jek­ts, das beweisen soll, dass Hes­sen ein Lit­er­atur­land ist. Zusam­men mit der Lyrik­erin Safiye Can aus Offen­bach schaf­fen die jun­gen Leute ger­ade ein ganz neues lit­er­arisches Genre: “Sci­ence Lyrics”! Ihre ver­ton­ten Texte wer­den nach Abschluss des Pro­jek­ts beim hr2 veröf­fentlicht. Klassen­lehrerin will
für Lit­er­atur begeis­tern Es braucht eine engagierte Klassen­lehrerin, der es Spaß macht, ihre Schüler für Lit­er­atur zu begeis­tern, ein cooles Pro­jekt, wie das “Junge Lit­er­atur­land Hes­en” des hr2 und eine zün­dende Idee, wie sie anlässlich ein­er Klassen­feier im Herb­st 2018 in der Phan­tastis­chen Bib­lio­thek Wet­zlar gefun­den wurde. Ivonne Schweitzer, die in der Klasse Deutsch unter­richtet, wurde im Rah­men ein­er Bib­lio­theks­führung auf das ungewöhn­liche Pro­jekt “Future Life” aufmerk­sam, in dessen Rah­men wis­senschaftliche Mitar­beit­er der Phan­tastis­chen Bib­lio­thek Zukun­ft­sideen aus Sci­ence Fic­tion-Roma­nen her­ausle­sen und diese in Kreativsem­inaren weit­er ver­mit­teln. Und als sie wenig später von der Auss­chrei­bung des Hes­sis­chen Rund­funks hörte, bewarb sie sich kurz­er­hand mit der Idee. Die 7b der Stein­schule erhielt als eine von nur drei Klassen hes­sen­weit den Zuschlag — und das bedeutet: Koop­er­a­tion mit einem schulfer­nen Ort, inten­sive lit­er­arische Work­shopar­beit mit ein­er vom Hes­sis­chen Rund­funk aus­ge­sucht­en Autorin, Besuch im Hes­sis­chen Rund­funk, Arbeit mit Medi­en­päd­a­gogin­nen, Erstellen von eige­nen Hör­tex­ten mit passender akustis­ch­er Unter­malung, Schnei­den der Texte.

"Kinder der Zukunft" haben sich Moritz Bäcker (links) und Sayder Karakaplan (rechts) als Thema ausgesucht. Safiye Can bespricht die ersten Texte mit den beiden.  Foto: Maren Bonacker
“Kinder der Zukun­ft” haben sich Moritz Bäck­er (links) und Say­der Karaka­plan (rechts) als The­ma aus­ge­sucht. Safiye Can bespricht die ersten Texte mit den bei­den. Foto: Maren Bonack­er

Ivonne Schweitzer fuhr in Begleitung von Klau­dia Seibel und Maren Bonack­er von der Phan­tastis­chen Bib­lio­thek Wet­zlar ins Stu­dio nach Frank­furt. Einen Tag lang lern­ten die drei, wie man Hör­spiel­texte erstellt, worauf man achtet und wie man sie schnei­det, um ein möglichst pro­fes­sionelles Ergeb­nis zu erzie­len. Der näch­ste Schritt bedeutete Arbeit für die Schüler: Aus ein­er prallen Lit­er­aturk­iste sucht­en sich alle ihre Favoriten aus, um die zum Teil bis zu 400 Seit­en starken Texte auf ihre Ideen hin­sichtlich der nahen Zukun­ft zu lesen. Während “Fri­day for Future” Schlagzeilen machte, forscht­en die Schüler in lit­er­arischen Tex­ten über die dro­hen­den Auswirkun­gen von Umweltver­schmutzung und Über­bevölkerung. Etwas skep­tisch waren sie vor ihrer Begeg­nung mit der Lyrik­erin Safiye Can. Sci­ence Fic­tion zu lesen ist das eine — Gedichte zu schreiben schien da weniger attrak­tiv. Doch als die vielfach aus­geze­ich­nete Lyrik­erin mit strahlen­dem Lächeln den Sem­i­nar­raum betrat, schmolz das Eis. Sie stellte einige ihrer Texte vor, um den Unter­schied von mod­ern­er Lyrik zu den klas­sis­chen Gedicht­en zu verdeut­lichen. “Mod­erne Lyrik fol­gt keinem fes­ten Reim­schema, wie ihr das vielle­icht ken­nt”, erk­lärte Can. Sie ermutigte, gab Anre­gun­gen, öffnete die Augen für Inspi­ra­tionsquellen. Es wurde inten­siv an lyrischen Tex­ten gear­beit­et und “Sci­ence Lyrics” waren geboren. Die Arbeit der Klasse kann man unter www.hr2.de/literatur/literaturland/junges-literaturland ver­fol­gen.